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Zum 50. Todestag von Karl Schmidt-Wolfratshausen

Karl Schmidt-Wolfratshausen gab seinem Haus ein Gesicht und vermachte Nabburg mehr als ein „Schmuckstück“. Zum 50. Todestag gilt unser Blick dem Menschen hinter der bekannten „Fassade“.

Schlohweiße Haare, breitbügelige Brille und zuweilen eine Zigarre schmauchend, so kennt man Karl Schmidt-Wolfratshausen aus dem Fotoarchiv. Sicher öfter im Focus der Kameras: die von ihm zur Jahrtausendfeier Nabburgs gestaltete Fassade seines Hauses „Unterer Markt 4“. „Cape Diem“ („Nütze“ oder auch „Pflücke den Tag“) ist dort mittig zu lesen, ganz im Stil puristischer Botschaften als moderner Slogan des quasi großformatigen Werbeplakates – damals für das Jubiläum, heute für das „Gesamtkunstwerk“, das die Stadt im Jahr 1976 in Form des gesamten Nachlasses erbte und museal präsentiert. Dem Künstler lag stets viel daran, Nabburg gut darzustellen. Er kannte und liebte seine Heimat, spazierte mit Frau Martha, dem Fotoapparat und offenen Augen ausgiebig durch Stadt und Land. Sein Faible galt Flora wie Fauna. Hier ging ihm, so bieder es scheinen mag, das Herz auf, fand er Abstand zu manch zeitgeschichtlichem, sozialem oder finanziellem Kontext.

Diesen allzu menschlichen Eindruck vermitteln auch jene privaten Amateurfilmaufnahmen, die der Neffe Schmidts vor einiger Zeit dem Museum im Schmidt-Haus zur Vorführung überlies. Da jedoch derzeit bekanntlich keine Besuchsmöglichkeit besteht, stellt die Stadt nun dieses Zeitdokument anlässlich des 50ten Todestags im Internet unter www.museen-nabburg.de zum Abruf bereit – als bewegte und bewegende Hommage an ihren Ehrenbürger Karl Schmidt-Wolfratshausen.

(Raphael Haubelt - Stadtheimatpfleger)